Geldwerter Vorteil

Viele Arbeitgeber bieten Arbeitnehmern neben dem Gehalt weitere sogenannte geldwerte Vorteile. Wir erklären den Begriff „Geldwerter Vorteil“ und beschreiben, welche Bespiele es gibt und was in Bezug auf Steuern beachtet werden muss.

Geldwerter Vorteil – Definition

Der geldwerte Vorteil ist ein Sachbezug oder eine Sachleistung, die über den reinen Lohn hinausgeht. Diese Leistung wird vom Arbeitgeber kostenlos oder günstiger zur Verfügung gestellt. Einige dieser Sachwerte müssen besteuert werden (Über die Lohnabrechnung) andere sind steuerfrei. Typische Beispiele sind Dienstwagen, Firmenhandys oder Gutscheine.

Geldwerter Vorteil – Grundregeln

Es gibt einige Grundregeln die bei dem geldwerten Vorteil beachtet werden müssen:

-> Sachbezüge bis zu einem monatlichen Wert von 44 Euro sind steuerfrei

-> Arbeitnehmerrabatte sind bis zu vier Prozent des Rabatts und maximal 1.080 Euro jährlich, steuerfrei

-> Der geldwerte Vorteil für den Firmenwagen orientiert sich an der Ein-Prozent-Regelung oder am Fahrtenbuch

-> Die Höhe des Freibetrags, hängt von der Sachleistung ab

Ein-Prozent-Regelung beim Firmenwagen

Wie berechnet sich der geldwerte Vorteil für den Firmenwagen und worauf ist zu achten? Die Ein-Prozent-Regelung besagt, dass die privaten Fahrten monatlich pauschal mit einem Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises des Fahrzeugs versteuert werden müssen. Hinzu kommt eine Besteuerung von 0,03 Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises des Autos je Kilometer der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Aus diesen Berechnungen ergibt sich ein Zusatzeinkommen, das aus rein steuerlichen Gründen auf das Gehalt aufgerechnet, jedoch nicht ausgezahlt wird. Das Zusatzeinkommen dient ausschließlich der korrekten Berechnung der zusätzlichen Steuer- und Sozialversicherungsabgaben. 

Beispielrechnung für einen Firmenwagen mit Ein-Prozent-Regelung:

Einkommen: 4.000 Euro brutto/Monat

Bruttolistenpreis Auto: 50.000 Euro

Versteuerung 1%: 50.000 x 0,01 % = 500 Euro

Berechnung Arbeitsplatz/Wohnort: 30 Kilometer

Bruttolistenpreis Firmenwagen x Kilometer x 0,0003

50.000 x 30 x 0,0003 = 450 Euro 

Aus den beiden Berechnungen ergibt sich ein geldwerter Vorteil für den Firmenwagen in Höhe von 950 Euro. Anstelle von bisher 4.000 Euro versteuert der Arbeitnehmer mit dem Firmenwagen 4.950 Euro. Aus dem Vorteil kann also auch ein Nachteil werden. Hier muss also ausgerechnet werden, ob sich ein Dienstwagen mit privater Nutzung wirklich lohnt.

Das Fahrtenbuch – Die Alternative zu der Ein-Prozent-Regelung

Das Fahrtenbuch lohnt sich aus steuerlichen Gründen, wenn man den Firmenwagen überwiegend dienstlich nutzt und nicht privat. In dem Fahrtenbuch müssen alle Fahrten genau schriftlich festgehalten werden. 

Geldwerter Vorteil durch einen Rabattfreibetrag

Viele Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern direkte Personalrabatte für Produkte aus dem eigenen Sortiment. Mitarbeiterrabatte unterliegen ebenfalls einem Freibetrag von jährlich 1.080 Euro. Alles was über den Betrag von 1.080 Euro hinausläuft wird als geldwerter Vorteil abgabepflichtig. 

Geldwerter Vorteil durch Sachbezüge

Sachbezüge bis zu einer Höhe von 44 Euro fallen unter die Freigrenze und müssen grundsätzlich nicht versteuert werden. Zu den Sachbezügen zählen beispielsweise Tankgutscheine, Jobtickets für den Nahverkehr oder andere Warengutscheine. 

Freibetrag Kinderbetreuung

Wenn das Kind eines Arbeitnehmers kurzfristig durch eine andere Person betreut werden muss, kann das Unternehmen die Kosten bis zu 600 Euro übernehmen ohne Abgaben zu zahlen.

Stellen Sie als Unternehmen Obst, Mineralwasser und Kaffee kostenlos zur Verfügung, handelt es sich um keinen geldwerten Vorteil. Viele geldwerte Vorteile verursachen im Abrechnungsprozess nur geringen Aufwand und lohnen sich, denn beide profitieren von diesen zusätzlichen Bestandteilen des Arbeitsentgelts. Vor allem für das Unternehmen stellen Sachbezüge für Mitarbeiter ein wichtiges Argument im Employer Branding dar.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nur als Orientierung dient und keine Steuerberatung darstellt.