Sehr viele Teams arbeiten nicht mehr nur an einem Standort in einem Büro zusammen, sondern ortsunabhängig aus dem Homeoffice oder standortübergreifend aus einem anderen Land – die fachliche Qualifikation statt der Standort der Mitarbeiter steht im Fokus. Die Teams, die jetzt virtuell durch die digitale Vernetzung zusammen arbeiten, setzen sich vermehrt aus unterschiedlichen Experten und Fachbereichen zusammen, um gemeinsam an einem Projekt oder Prozess zu arbeiten.

Die Leitung virtueller Teams ist dabei sehr wichtig und nicht zu vernachlässigen. Es ist auch eine Chance, die eigenen Fähigkeiten sowie die der Teammitglieder weiterzuentwickeln. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Für eine erfolgreiche und virtuelle Zusammenarbeit sind folgende Punkte wichtig:

  • Ein persönliches Kennenlernen in einer lockeren Atmosphäre, um ein Grundvertrauen aufzubauen
  • Gemeinsame Regeln, Zuständigkeiten und Ziele definieren und kommunizieren
  • Transparent arbeiten und die Feedbackkultur ein- bzw. ausbauen
  • Digitalisierung und Kommunikationstools nutzen – Austausch für informellen Austausch

Stärkung der “digital community”

Zu Beginn ist es sehr entscheidend, dass sich das Team finden kann, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu führen. Dabei geht es auf der einen Seite um die fachlichen Aufgaben und Kenntnisse, um Ansprechpartner im Team identifizieren zu können, aber auch um die persönliche informelle Bekanntschaft untereinander. Deshalb müssen neben den Arbeitsstrukturen und Workflows auch Interaktionsstrukturen geschaffen werden, die zunächst von der Führung ausgehen und vorgelebt werden müssen. Dies kann z.B. schon durch Feedbackrunden und Ermutigungen innerhalb der Gruppe gelingen oder aber auch durch einen Gruppenchat. Sobald sich die Teammitglieder sicher fühlen und angekommen sind, öffnen sie sich. Vertrauen wird immer wieder als Basis genannt und als Schlüsselkategorie relevant. Aber hier ist nicht zu vergessen, dass die Führung innerhalb der virtuellen Kommunikation eher temporär und auf eine große Distanz erfolgt. 

Virtuelle Teamführung

“Der Mitarbeiter als Mittelpunkt der digitalen Führungsbeziehung”

Achten Sie besonders auf Tonfall und Wortwahl, Mimik und Gestik können virtuell anders rüberkommen und verstanden werden. Die Führungskraft sollte versuchen, das Team in den Initiativen und der Selbstorganisation zu unterstützen und zu bestärken. Dabei spielt auch die Selbstmotivation eine sehr große Rolle. Allgemein wandelt sich die traditionelle Führungskraft eher hin zu einem Moderator, der Menschen zusammenbringt und dadurch komplexe Aufgaben erledigen und Probleme bewältigen kann. So fungiert die Führungskraft als Vorbild, Motivator, Kritiker aber auch als Coach und Mentor, der die Arbeit sowie den Menschen wertschätzt.

Vorteile & Nachteile der virtuellen Zusammenarbeit

  • Agilität, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit durch Orts- und Zeitunabhängigkeit
  • Hohe Selbstführung und -Motivation, hohe Kreativität
  • Diversitäten im Team, großer Ressourcenpool und Expertenvernetzung
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten

 

  • Ausreichende Technik nötig & technische Probleme möglich
  • Koordination & Organisation müssen funktionieren, evtl. erhöhter Aufwand
  • Fehlende Kommunikation & Transparenz

Autorin: Yvon Kassens