Was sind Zielvereinbarungen?

In einem Zielvereinbarungsgespräch legen Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam Ziele und Maßnahmen für deren Erreichung für einen bestimmten Zeitraum – in der Regel ein Jahr – fest. Diese Vorgehensweise ist nicht neu und wird in mehr als 80 % aller Unternehmen gelebt.

Wie grenzen sich klassische Zielvereinbarungen und OKRs voneinander ab?

In einem sich stetig wandelnden Geschäftsumfeld mit hoher Komplexität und Unbeständigkeit greifen immer mehr Unternehmen zu einem weniger traditionellen Framework – dem OKR. Während klassische Zielvereinbarungen auf Erfolge und Belohnungen abzielen, stehen beim OKR die Einbindung der Mitarbeiter und Flexibilität im Vordergrund. Mitarbeiter gestalten den Zielvereinbarungsprozess aktiv mit.

Objectives & Key Results

Was ist OKR?

Bei OKR handelt es sich um ein dynamisches Framework, das Unternehmen dabei unterstützt, Struktur in das hektische Alltagsgeschäft zu bringen und strategische Ziele sauber und erfolgreich umzusetzen. OKRs können für alle Einheiten eines Unternehmens definiert werden: Das gesamte Unternehmen, Abteilungen-Bereiche-Teams und für einzelne Mitarbeiter.

Die Google Gründer Larry Page und Sergey Brin nutzen seit Mitte der 1990er Jahre dieses Framework, entstanden ist es bereits in den 1970er Jahren, als Andy Grove (CEO Intel) es verwendete, um sein Unternehmen einem sich stetig wandelnden Geschäftsumfeld anzupassen.

Das gesamte Framework beruht auf zwei Fragen:

Frage nach der Motivation:
Welches Ziel verfolgen wir? (Objectives)

Frage nach der Messung:
Wie können wir diese Ziel erreichen? (Key Results)

Zielvereinbarungen in der modernen Arbeitswelt

Welche Vorteile bietet OKR?

Dienende Führung – Selbstorganisation
Während bei der Führung von Mitarbeitern mit klassischen Zielvereinbarungen das Management plant, steuert und kontrolliert, wird der Mitarbeiter im OKR Framework stärker in den Entstehungsprozess und die Planung der Ziele mit eingebunden.

Transparenz & klare Kommunikation
Mitarbeiter werden regelmäßig über den aktuellen Status der OKRs informiert und zur Kommunikation angeregt, um den Arbeitsprozess so flexibel und effektiv wie möglich zu gestalten und stetige Verbesserungen zu erzielen.

Mitarbeitermotivation, intrinsische Motivation & Mitarbeiterbindung
Die starke Einbindung der Mitarbeiter in Planung und Ausführung der Aufgaben zur Zielerreichung fördert die Motivation und Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Die Mitarbeitermotivation wird nicht extrinsisch durch Zahlung von Boni, die an die Ziele gekoppelt sind, gefördert wie es bei klassischen Zielvereinbarungen der Fall ist.

Fokussierung auf wichtige strategische Unternehmensziele
OKRs werden kontinuierlich überprüft und in der Regel auf einen Zeitraum von drei Monaten festgelegt. Der Vorteil gegenüber der klassischen Zielvereinbarung, die meist für ein Jahr festgelegt wird, liegt in der Flexibilität, auf Marktveränderungen situationsabhängig reagieren zu können. Die Überprüfung der Arbeitsergebnisse erfolgt in kurzen, wiederkehrenden Zyklen.

Effektive Resourcennutzung
Aufgabenfelder von Mitarbeitern sind nicht mehr starr festgelegt, sondern werden den Anforderungen dynamisch angepasst.

Autorin: Nicole Paschke

Nicole Paschke perbit.cloud